Vegan Bake Sales sind momentan der Hit unter den veganen Veranstaltungen - wer möchte nicht haufenweise leckeren Kuchen für einen guten Zweck vernaschen? Die Idee kommt aus den USA (darum der englische Name) - es ist ein veganer Kuchenbasar, bei dem gespendete, vegane Backwaren für einen guten Zweck verkauft werden. Dadurch kommen die Menschen mit köstlichem veganen Essen in Berührung, werden über Veganismus aufgeklärt und das eingenommene Geld kommt einem guten Zweck zugute.
Letztes Wochenende war es bei uns in Salzburg soweit - die ursprüngliche Idee stammte von mir, aber gewachsen ist der Bake Sale durch die wunderbaren Menschen um mich herum, die ihn durch ihre Zeit, Energie, ihre Backkünste und ihren Spenden zu einem tollen, positiven Ereignis gemacht haben. Allen voran Silvia, mit der ich fast buchstäblich durch einen Wink des Universums in Kontakt gekommen bin - sie hat so viel Energie und Herzblut in den Bake Sale gesteckt, und wurde nicht nur zur zuverlässigen Partnerin bei diesem Projekt, sondern auch zu einer lieben Bekannten.
Vegan Bake Sales sind eine wunderbare Form des Aktivismus, und sie bringen die vegane Community enger zusammen. Jeder kann einen veranstalten, und hier gebe ich ein paar Tipps, damit der Bake Sale sicher auch ein Erfolg ist.
- Location, Location, Location. Nicht nur bei Immobilien, auch bei Bake Sales entscheidet der Ort über alles. Optimal sind alle Plätze, an denen viel Leute vorbei kommen (hier kann man Infostände anmelden), Club-Häuser, Veranstaltungszentren, vielleicht auch vegan-freundliche Restaurants, Geschäfte oder Cafes, die kostenlos Fläche zur Verfügung stellen. Gibt es in der Nachbarschaft ein Straßenfest? Gerade bei Festen mit ökologischen, klimafreundlichen Schwerpunkten kann ein Vegan Bake Sale gut ankommen (so kam auch der Vegan Bake Sale Salzburg zustande!).
- Niemand ist eine Insel. Die Idee zu einem Bake Sale stammt vielleicht von einer einzigen Person, aber man braucht tapfere MitstreiterInnen, die organisieren, backen und verkaufen. Geht zu veganen und vegetarischen Veranstaltungen und macht Werbung. Bittet vegane, vegetarische oder Tierschutz-Newsletter aus der Gegend, den Bake Sale zu bewerben. Gründet ein Event auf Facebook und teilt es mit FreundInnen, und bewerbt es besonders ein paar Tage vorher fleissig. Wenn ihr die Möglichkeit habt, ein paar Flyer zu drucken, legt sie in Reformhäusern oder Bio-Märkten oder in benachbarten Supermärkten aus. Bittet vegane oder vegetarische Organisationen für euren Bake Sale zu werben.
- Accessoires. Was ihr unbedingt brauchen werdet: Teller, Besteck, Servietten, Tortenheber, Messer in mehreren Ausführungen, Küchenrolle oder Geschirrtücher zum Abwischen der Utensilien, Müllsäcke, und: Handschuhe. Wer will schon meine dreckigen Pfoten an seinem leckeren Muffin haben? Wenn der Bake Sale draussen stattfindet, braucht ihr ein Zelt - ja, wirklich, auch wenn das Wetter schön ist. Schon mal einen Schokoladenkuchen mit Glasur gesehen, der zwei Stunden in der prallen Sonne gestanden ist? Eben.
- Man hat nie zu viele Accessoires. Ein Bake Sale besteht nicht nur aus Süßem - es braucht auch einen Rahmen. Wenn euer Bake Sale draussen stattfindet, braucht ihr natürlich Tische, ein Zelt und vielleicht auch Bänke. Ihr könnt die Backwaren natürlich so präsentieren, wie ihr wollt, aber hübsch und professionell lockt besonders viele Leute an: Hübsche Tischdecken, Tortenplatten, Tortenspitzen, Kuchenständer, eine Etagere für Cupcakes und Muffins sorgen für das perfekte Konditorei-Feeling. Beschriftete Schilder verraten, was die Leckereien sind und eventuell auch, was drinnen steckt. Dekoration wie Blumen, Windränder, bunte Girlanden schaden nie, und natürlich Schilder, die erklären, was ihr eigentlich tut: Vegane Kuchen für den guten Zweck verkaufen - und ein Spendenglas mit einer netten Aufschrift neben dem Schild öffnet Brietaschen.
- Wollen Sie es zum Mitnehmen? Viele Leute werden von eurem leckeren Angebot angelockt werden, aber können nicht fünf Cupcakes auf einmal essen. Haltet viel Material zum Einpacken bereit, damit die Leckereien mitgenommen werden können - so geben die Leute viel mehr Geld bei euch aus. Wir hatten kleine Schachteln (ursprünglich für Kekse), die wir mit Alufolie umwickelten, und Butterbrot-Tüten für Cookie und Muffins ohne Creme. Wenn ihr Zeit habt, könnt ihr Brownies oder Kekse gleich fertig verpackt verkaufen oder Kuchen im Glas anbieten.
- Kaffee & Kuchen. Wenn ihr die Möglichkeit habt, Kaffee mit Pflanzenmilch anzubieten, macht das unbedingt - vielleicht hat jemand eine Filterkaffeemaschine oder, noch besser, eine Pad- oder Kapsel-Maschine (weil die weniger Aufwand ist), die ausgeborgt werden kann. Gerade wenn Sitzgelegenheiten vorhanden sind, gibt es nichts Besseres als veganen Kuchen mit gutem Kaffee.
- Was soll ich backen? Backt eure besten veganen Rezepte - keine Experimente! Alles mit Schokolade ist meistens ein Hit, aber auch saisonale Leckereien wie saftige Obstkuchen kommen gut an. Cupcakes, Muffins und große Cookies sind bei uns oft noch exotisch und werden daher auch gerne gekauft. Unsere Erfahrung war, dass süße Sachen wesentlich lieber gekauft werden als pikantes Backwerk.
- Mehr als nur Süßes. Bei einem Vegan Bake Sale geht es auch darum, die Leute über Veganismus zu informieren. Drückt den Leuten bei jedem Einkauf eine Information in die Hand, einen veganer Flyer oder eine Broschüre. Fragt bei großen veganen oder vegetarischen Organisationen an, ob sie nicht Infomaterial zur Verfügung stellen möchten - ihr könnt ja einen Teil der Einnahmen dieser Organisation spenden.
Ich (links) und Silvia glücklich vor dem großen Ansturm!
Habt ihr schon einmal einen Vegan Bake Sale organisiert und möchtet eure Tipps weitergeben? Wart ihr schon einmal auf einem Bake Sale? Habe ich euch inspiriert, einen Vegan Bake Sale zu organisieren? Verratet es mir doch in den Kommentaren!




